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1. Prozessdefinition
Neue Ansätze verlangen nach einer eigenen Sprache. Für das Verständnis
des Prozessdenkens und das gemeinsame Kommunizieren darüber, sind
deshalb einige Definitionen wichtig.
Ein Prozess ist eine Folge von zwangsläufig aufeinander aufbauender
Tätigkeiten (Unterprozesse), die Eingaben (Inputs) in Ergebnisse
(Outputs) umwandeln.

Abb. 1: Der Prozess
Ein Prozess setzt sich im Regelfall aus mehreren Unterprozessen
zusammen. Der Input eines Prozesses sind Informationen, Daten,
Dienstleistungen, Produkte u.ä., die für die Tätigkeit erforderlich
sind. Der Output einer Tätigkeit sind Informationen, Daten,
Dienstleistungen, Produkte u.ä., die entweder im gleichen und/oder in
einem anderen Prozess weiterverarbeitet werden.

Abb.2: Geschäftsprozessmodell
Beim Geschäftsprozess-Management gilt es die Unternehmensprozesse
transparent zu machen und kontinuierlich zu verbessern.
Ziel ist eine Unternehmenssteuerung, die über das Abstimmen und
Einwirken der Prozessbeteiligten funktioniert.
Eng damit verbunden sind folgende Begriffe:
- Kennzahlengestütztes Management
- kontinuierlicher Verbesserungsprozess
- Teamarbeit usw.
Prozessdefinition Phase 1
- Abstimmung externe/interne Kundenanforderungen
- Festlegung Prozessaufgabe
- Definition Prozessumfang, Verantwortlichkeiten
Prozessstrukturierung Phase 2
- Bestimmung Prozessstruktur
- Festlegung Reihenfolgen
- Definition Schnittstellen
- Integration Prozesse
- Erfolgsindikatoren für Prozesscontrolling
- Zuweisung der Prozessverantwortung
Prozessrealisation Phase 3
- Prozessdurchführung
- Prozesscontrolling durch Soll-Ist-Vergleiche
Prozessoptimierung Phase 4
- Prozessanalyse auf der Basis der Soll-Ist-Vergleiche
- externes / internes Prozess-Benchmarking
- Gesamtbeurteilung des Prozesses
Einer der wichtigsten Schritte bei der Entwicklung und/oder
Verbesserung eines prozessorientierten Managementsystems ist die
Beschreibung der im Unternehmen ablaufenden Prozesse.
Ein Grundprinzip der Organisationsgestaltung ist die Vorgehensweise
von außen – der Umwelt – nach innen. Dementsprechend müssen die
Unternehmensprozesse in einer sich laufend ändernden Umwelt ebenfalls
laufend angepasst werden – genau das ist die Aufgabe des
Prozessmanagements.
Das Management der Prozesse geschieht nach dem Grundprinzip des
Managementkreislaufes. D.h. Prozesse werden systematisch geplant,
eingeführt und überwacht.
In einer prozessorientierten Organisation ist die Verantwortlichkeit
über den gesamten Prozess gegeben. Daher ist es möglich den gesamten
Prozess zu optimieren und die Schnittstellenproblematik zu
minimieren.

Abb. 3: Prozessorientierung
Die Abbildungen veranschaulichen den Unterschied zwischen
prozessorientierter und funktionaler Organisation. Bei einer
prozessorientierten Organisation steht der Prozessablauf im Vordergrund.
Die Aufbauorganisation leitet sich aus dem Prozess ab. Es gibt einen
Prozessverantwortlichen der für den gesamten Prozess zuständig
ist.
Der Prozess basiert auf einem gemeinsamen Daten- und Wissensmodell. Bei
der funktionalen Organisation steht die Aufbauorganisation im
Vordergrund, es gibt verschiedene Verantwortungsbereiche, die jeweils
für Teilbereiche des Ablaufes zuständig sind. Die Ablauforganisation
ergibt sich aus der Aufbauorganisation. Die Prozess- Idee
charakterisiert die Dominanz der Prozesse über die Unternehmensstruktur
und fasst diese zusammen.

Abb. 4: Funktionsorientierung
In einer funktionalen Organisation ist die Verantwortlichkeit auf
einzelne Bereiche beschränkt. Die Bereichsverantwortlichen können
aufgrund des begrenzten Wissens über andere Bereiche, der fehlenden
Zusammenhänge und aufgrund nicht vorhandener Befugnis nur ihre eigenen
Bereiche optimieren.
Die Schnittstellenproblematik zwischen den Bereichen bleibt jedoch
gleich. Zusätzlich kommen noch unterschiedliche, oft widersprüchliche,
Ziele der einzelnen Bereiche hinzu.

Abb. 5: Schema zur Einführung der Prozessorientierung
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1.1
Prozessanalyse
Wer seine IT- Leistungen optimieren will, muss zunächst einmal wissen,
wie sich die zugehörigen IT- Prozesse zusammensetzen.
- Welche Service-Prozesse sind zu berücksichtigen?
- Ist bekannt, wie viele PCs, Server und IT- Komponenten betreut
werden müssen und welche Konfigurationen diese besitzen?
- Wie lassen sich diese Prozesse mit Hilfe von Software-Lösungen
weiter optimieren?
Dies sind nur einige der Fragen, die es heutzutage bei der
Organisation einer IT- Abteilung zu beantworten gilt. Entscheidend ist,
ob die Optimierung der IT- Prozesse auf den vorderen Plätzen der Agenda
des IT- Leiters steht und damit ausreichend Management-Unterstützung
erfährt.
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1.1.1 Sichten auf
Geschäftsprozessmodelle
Zur Beschreibung der für Geschäftsprozesse wichtigen Elemente werden
häufig unterschiedliche Sichten betrachtet. Zur Prozessmodellierung
können die vier Sichten „Funktional“, „Dynamisch“, „Organisatorisch“ und
„Inhaltlich“ unterschieden werden. Für die Simulation von
Geschäftsprozessen werden diese um die Sichten „Quantitativ“ und
„Zeitbezogen“ ergänzt:
- Funktionale Sicht: Die funktionale Sicht beschreibt, aus welchen
Aktivitäten und Subprozessen ein Geschäftsprozess aufgebaut ist.
- Dynamische Sicht: In der dynamischen Sicht werden die zeitlich
logischen Zusammenhänge beschrieben. Diese setzen sich aus dem
Kontrollfluss und dem Informationsfluss zusammen.
- Organisatorische Sicht: Die organisatorische Sicht beschreibt die
in den Geschäftsprozessen arbeitenden Akteure und die von den Akteuren
eingesetzten Ressourcen.
- Inhaltliche Sicht: In der inhaltlichen Sicht werden die in den
Geschäftsprozessen bearbeiteten Artefakte und die erstellten Produkte
beschrieben.
- Quantitative Sicht: Die quantitative Sicht beschreibt die in einem
Geschäftsprozess gebundenen Zeiten, Kosten, Wahrscheinlichkeiten und
statistischen Verteilungen.
- Zeitbezogene Sicht: In der zeitbezogenen Sicht werden die
zeitabhängigen Versionen und Varianten eines Geschäftsprozesses
beschrieben.
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1.1.1.1 Prozessmodell
erstellen
Nach der Analyse bestehender Arbeitsbeschreibungen oder durch
Interviews der Mitarbeiter können Prozesse schematisch dargestellt und
modelliert werden. Die Einsatzzwecke von Prozessmodellen sind
vielfältig.
| Einsatzzweck |
Verwendung |
| Reorganisation, Reengineering |
Prozessmodelle für gemeinsames Verständnis und Kommunikation |
| Auswahl ERP Software |
Vergleich mit Softwarereferenzmodell |
| Benchmarking |
Prozessvergleiche |
| Wissensmanagement |
Transparenz für Wissensentstehung und -verwendung |
| Qualitätsmanagement |
Zertifizierung nach ISO9001, Modelle für EQA- Award |
| Workflowmanagement |
Basis fü Workflow |
| Prozesskostenrechnung |
Basis für Prozesskostenrechnung |
Die Darstellung und Detaillierung der Modelle richtet sich nach dem
Anwendungsfall und nach den potenziellen Nutzern. Modelle müssen einen
Kompromiss zwischen Einfachheit und semantischer Korrektheit eingehen.
Um eine einheitliche Darstellung zu erreichen, sind Konventionen für die
Prozessmodellierung nötig. Aufgrund der Komplexität der Prozessmodelle
ist eine Unterstützung durch Tools sinnvoll. Die unternehmensweite
Verwaltung der Prozessmodelle sollte im Rahmen eines Managementsystems
erfolgen.
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1.1.1.2 Integriertes Managementsystem
(IMS)
Ein (Qualitäts-)Managementsystem ist eine formelle Beschreibung der
Organisationsstrukturen in einem Unternehmen die die Qualität
beeinflussen. Da auch andere Bereiche wie Umweltmanagement,
Prozessmanagement usw. dokumentierte Strukturen – und somit
Prozessmodelle – benötigen, ist eine Integration aller Systeme in einem
Integriertem Managementsystem (IMS) sinnvoll.

Abb. 6: Aufgabenfelder des IMS
Ein Integriertes Managementsystem enthält die Beschreibung der
Organisationsstrukturen und die Regelungen für Änderungen, Freigaben und
Informationsverteilung. Aufgrund der Komplexität und der Datenmengen ist
eine elektronische Speicherung und Verteilung sinnvoll. Weiter können
zusätzliche Funktionalitäten wie Zugriff auf Workflows,
Dokumentenmanagementsysteme usw. in die elektronischen Prozessmodelle
integriert werden.

Abb. 7: Fünf Schritte des Managementsystems
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1.1.1.3 Übersicht der Prozesse aus der
Vogelperspektive
Mit dieser Übersicht wird der Gesamtumfang der ablaufenden
Unternehmensprozesse abgebildet. Es ist daher von entscheidender
Bedeutung, sich nicht im Detail zu verlieren sondern sich das Ziel
Beschreibung des Unternehmens bzw. Darstellung aller relevanten
Unternehmensprozesse: Führungs-, Kern-, Unterstützungsprozesse
vor Augen zu halten. An dieser Stelle kann schon eine Klassifizierung
der Prozesse vorgenommen werden.
Im Prozessmodell unterscheidet man in der Regel zwischen folgenden
tätigkeitsorientierten Prozessarten:
- Führungsprozesse(Managementprozesse) z.B.:
Unternehmensführungsprozess, Weiterbildung, Betriebliches
Vorschlagswesen, Interne Audits, Marketing usw.
- Kernprozesse (Haupt- oder Schlüsselprozesse) z. B.:
Entwicklungsprozess, Produktionsprozess, Beschaffungsprozess,
Versandprozess, Montageprozess usw.
- Unterstützungsprozesse (Hilfsprozesse) z.B.: Wartung der Maschinen
und Einrichtungen, Prüfmittelüberwachung usw.
Eine weitere Unterscheidung kann nach dem Prozessgegenstand oder dem
Marktbezug vorgenommen werden.

Abb. 8: Arten von Prozessen

Abb. 9: Beispiel eines Prozessmodells
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1.1.2 Prozesse abgrenzen
Um Prozesse abzugrenzen, ist eine detaillierte Prozessanalyse aller
Unternehmensprozesse (Führungs-, Kern-, Unterstützungsprozesse)
notwendig. Der Ausgangspunkt für diese Prozessanalyse ist das
Prozessmodell des Unternehmens. Hier ist eine Definition des jeweiligen
Prozessanfangs (Auslöser) bzw. Prozessendes (Ergebnis) vorzunehmen und
die Schnittstellen zu anderen Prozessen zu ermitteln.
Komplexe Prozesse lassen sich leichter erarbeiten, wenn sie in mehrere
Teil-Prozesse zerlegt werden.
Bei der Schnittstellenuntersuchung ist es wichtig herauszufinden, was
der zu betrachtende Prozess von den vor geschalteten Prozessen benötigt,
bzw. was die nach geschalteten Prozesse von dem betrachteten benötigen.
Schnittstellen zeigen wichtige Abhängigkeiten zwischen den Prozessen und
müssen daher eindeutig und ausreichend beschrieben werden.
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1.1.3
Prozessverantwortliche ernennen
Ein wichtiger Grundsatz des Prozessmanagement ist, dass es für jeden
Unternehmensprozess einen Verantwortlichen geben muss.
Der PV sollte sich durch strategische Fähigkeiten auszeichnen, um
Veränderungen des Umfeldes zu erkennen und geeignete Maßnahmen
einzuleiten. Außerdem sollte der PV Kommunikationsfähigkeit und
Sozialkompetenz besitzen, um mit den Prozessbeteiligten Entscheidungen
herbeiführen zu können.
Für Prozesse, die innerhalb eines Bereiches (Abteilung) ablaufen,
stellt die Auswahl eines PV kein Problem dar. Der jeweilige Bereichs-
bzw. Abteilungsleiter ist automatisch der Prozessbesitzer.
Schwieriger ist es, und das ist normalerweise häufiger der Fall, einen
PV für Prozesse zu finden, die sich über mehrere Bereiche erstrecken. Im
Sinne einer schlanken Organisation sollte man vermeiden, eine neue
Stelle zu schaffen. Der PV ist idealerweise eine Person, die bereits im
entsprechenden Prozess beschäftigt ist.

Abb. 10: Prozessbeteiligte
Bei Bereichsübergreifenden Prozessen ist idealerweise eine Person als
PV auszuwählen, die als Leiter eines Bereiches bzw. von Unterprozessen
bereits in großem Unfang am Gesamtprozess beteiligt ist und somit
überdurchschnittlich von einem optimalen Ablauf profitiert.
Dies ist beispielsweise gegeben, wenn der oder die Unterprozesse den
größten Anteil der Mitarbeiter beschäftigt oder wenn er den größten
Anteil an der Durchlaufzeit des Prozesses stellt.
Der Prozessverantwortliche hat die Aufgabe, die Arbeitsprozesse am
Laufen zu halten oder bei Erfordernis neu zu organisieren. Er steht
zwischen dem Geschäft und der Technik, muss also die gesamte Landkarte
sehen. Zusätzlich muss er noch auf Sicherheit und die Einhaltung
gesetzlicher Vorgaben achten. Er kann bisherigen Unsinn automatisieren
"weil wir das schon immer so gemacht haben" oder auf durchgängige und
erweiterbare Prozesse, die auch sicher sind, Wert legen. Mit der
Basisdemokratisierung der Technologie, bei der jeder beliebige Manager
leider schon weiß, welches System die Technik einzusetzen hat, bevor er
sich darüber klar ist, was er überhaupt will, ist die Arbeit des
Prozessveranwortlichen sehr schwer geworden. In vielen Unternehmen wurde
die "Fachorganisation" bis zur Unkenntlichkeit "verschlankt" oder gar
ganz abgeschafft.
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1.1.4 Prozesse aufnehmen (IST-
Aufnahme)
Eine IST- Aufnahme der Unternehmensprozesse ist in den meisten
Projekten unabdingbar. Sei es nun zur Erstellung eines Management-
Handbuches oder zur Neugestaltung der Prozesse.
In jedem Fall sollte man die derzeitigen Abläufe analysieren, damit
alle Beteiligten wissen, worüber sie sprechen.
Folgende Kernfragen sollten bei der Prozessanalyse beantwortet
werden, um den Prozess hinlänglich zu beschreiben:
- Wer ist verantwortlich für den Prozess?
- Was ist der Anstoß bzw. der Auslöser des Prozesses?
- Was sind die Auslöser (Inputs) des Prozesses?
- Wie wird der Prozess abgewickelt (Tätigkeit)?
- Welche geltenden Dokumente sind bei der Durchführung relevant?
- Wer mit Wem (Mitwirkungen, Verantwortlichkeiten)?
- Was sind die Ergebnisse (Outputs) des Prozesses?Wie ist das
Vorgehen bzw. sind die Verantwortlichkeiten bei Störungen oder
Änderungen?
- Welche Prozessziele sind festgelegt?
- Wann und Wie wird die Leistungsfähigkeit gemessen
(Soll-Ist-Vergleich), visualisiert und bewertet (Kennzahl)?
- Wie wird der Prozess wirksam verbessert bzw. Korrekturmaßnahmen
festgelegt und überwacht?
Tipps und Hinweise:
- Vermeiden Sie bei der IST- Aufnahme den Eindruck eines Verhörs
- Vermeiden Sie die detaillierte Erfassung von Sonderfällen,
beschreiben Sie zunächst die (80%-) Standardabläufe
- Es ist nicht notwendig, jeden einzelnen Handgriff zu erfassen
- Überlassen Sie die IST- Aufnahme von Unterprozessen, die von nur
einer Person ausgeführt werden, dieser Person
Es gibt 2 Arten bei der Vorgehensweise zur Prozessanalyse.
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1.1.4.1
Prozessworkshop IST- Aufnahme
Die Analyse des Prozesses erfolgt durch die am Prozess beteiligten
Bereiche bzw. durch einen oder mehrere Vertreter des jeweiligen
Bereiches (ggf. Moderation durch externe Stelle). Die Beteiligten wissen
selbst am besten, an welcher Stelle Probleme entstehen.
Es gilt hier, das entsprechende Vertrauen und Klima zu schaffen bzw.
die erforderliche Offenheit zu erzeugen. Der Moderator dieser Workshops
sollte entsprechende Erfahrung haben.

Möglicher Ablauf des IST- Aufnahme Workshops:
Vorbereitung der Prozessaufnahme:
- Einladung der Prozessbeteiligten
- Evtl. Co-Moderator auswählen (für die parallele Eingabe der
Prozessinformationen im PC)
- Termin festlegen
- Material für Prozessmoderation vorbereiten: Beispielprozesse,
Arbeitsmaterial (Flip-Chart, Pinwände, Beamer usw.)
- Arbeitsraum vorbereiten
- Gestaltung des Ablaufes zur Prozessaufnahme, evtl.
Moderationsplan
Während der Prozessaufnahme:
- Ziel des Workshops definieren
- Ablauf des Workshops klären
- Prozessdarstellungsweise klären (evtl. Beispiel zeigen)
- Anfangs- und Endpunkt des aufzunehmenden Prozesses klären
- Prozessbeteiligte aufnehmen (Orientierung anhand des
Firmenorganigramms)

Abb. 11: Aufnahmeschema (siehe auch Prozess)
Die Aufnahme kann auf verschiedene Weise erfolgen:
- Am Flip-Chart bzw. auf Stellwänden
- Direkt am Rechner über ein projiziertes Bild (z.B. Beamer)
- Parallel
- In jedem Fall sollte die Prozessdarstellung eine für alle gut
erkennbare Größe haben.
- Nach der erfolgten Darstellung des Prozesses sollte durch die
Prozessbeteiligten das Verbesserungspotential des Prozesses benannt und
eine Gewichtung vorgenommen werden.
- Vereinbarung der weiteren Vorgehensweise
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1.1.4.2 Interviewtechnik
Hier werden die gleichen Fragen wie beim Prozessworkshop gestellt,
allerdings erfolgt die Aufnahme des IST- Prozesses nicht im Team. Die
Prozessbeteiligten werden nacheinander zu ihren Tätigkeiten und Aufgaben
befragt und die Schnittstellen zu den anderen Bereichen definiert. So
ergibt sich aus den einzelnen Befragungen am Ende ein Prozess mit
definierten Prozessanfang und Prozessende. Bei dieser Aufnahmetechnik
empfiehlt sich die direkte Aufnahme am Rechner.
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1.1.5 Prozesse
detaillieren
Nach der groben Aufnahme des Prozesses ist eine Detaillierung des
Prozesses wichtig, um alle den Prozess beschreibenden Informationen zu
besitzen. Diese Aufgabe wird am Besten durch die jeweiligen
Prozessbeteiligten selbst vorgenommen. Solch eine detaillierte Aufnahme
würde jeden Workshop „sprengen“. Diese Detaillierung beinhaltet die
Erstellung von Unterprozessen (die selbstverständlich auch im Team
erarbeitet werden können).

Abb. 12: Detaillierung von Prozessen
Die Aufnahme von Unterprozessen kann wieder über verschiedene Wege
erfolgen:
- Sofortige Eingabe der Unterprozesse
- Ausfüllen von Prozess-Aufnahmeformularen
- Eigene Prozessworkshops
Der Detaillierungsgrad bzw. die Anzahl an Prozessebenen ist von
verschiedenen Faktoren abhängig von:
- der Aufgabenstellung
- dem zu erwartenden Risiko bei einem nicht oder schlecht
funktionierenden Prozess
- der Komplexität des Prozesses
- der Störungshäufigkeit im Prozess
- der Qualifikation der Mitarbeiter/Innen
- der Schnittstellenproblematik
- der zu schaffenden Transparenz
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1.1.6 Prozesse
überprüfen
Nach der Detaillierung der Prozesse sollte die IST-
Prozessdokumentation durch die Prozessbeteiligten überprüft werden. Bei
der Überprüfung sollten möglichst viele Mitarbeiter/Innen beteiligt
werden. Diese Phase ist wichtig um:
- alle Mitarbeiter auf den gleichen Wissensstand zu bringen
- die Mitarbeiter/Innen einzubeziehen
- die Möglichkeit des Einspruches zu geben
- den tatsächlichen IST- Stand zu dokumentieren
Die Überprüfung sollte sich auf fehlende bzw. falsche Prozesse bzw.
Prozessdaten fokussieren.
Tipps und Hinweise:
- Die Überprüfung der IST- Prozesse sollte durch Datum und
Unterschrift der Bereichsleiter/Mitarbeiter bestätigt werden.
- Diese Phase kann auch im Team durchgeführt werden z.B. Prozesse am
Beamer durchgehen und verabschieden, hier besteht noch einmal die
Möglichkeit der Diskussion.

Abb. 13: Die verschiedenen Möglichkeiten der Überprüfung von
Prozessen
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1.1.7 Prozesse
veröffentlichen
Nach erfolgter Freigabe der Prozesse sollte die IST-
Prozessdokumentation (bzw. Prozessbeschreibungen) im Unternehmen
verteilt werden. Eine Präsentation der Dokumentation auf der
Führungsebene wäre an dieser Stelle möglich.
In jedem Fall sollten die Prozessverantwortlichen, Bereichsleiter und
Führungskräfte die Dokumentation erhalten
(Papierform/Netzwerk/CD).
Die Prozessdokumentation, vor allem die graphische Darstellung der
Prozesse, ist von großer Bedeutung. Graphik und ergänzende bzw.
erläuternde Texte in Form von Prozessbeschreibungen ergeben die
Gesamtdokumentation eines Prozesses.
Im Regelfall bewirkt die IST- Prozessdokumentation (bzw.
Prozessbeschreibungen) bei den Prozessbeteiligten einen gewissen „Aha-
Effekt“ bzw. neue Erkenntnisse und Einsichten (erster Schritt zur
Prozessorientierung).

Abb. 14: Formblatt zur Aufnahme der wesentlichen Prozessinformationen
und des groben Ablaufs
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1.2
Prozessverbesserung
Umso besser können die Ressourcen eingesetzt werden, umso besser werden
die
Ergebnisse sein.
Die besseren Prozesse sind:
- einfacher
- schneller
- kostengünstiger
- kundenorientierter
- motivierender
- weniger belastend
- sicherer
- beherrschter
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1.2.1 Potentiale
finden
Neue Prozesse sollten teamorientiert erarbeitet werden. Gerade hier ist
die Workshop-Methode zu empfehlen, denn ein Weg ohne Einbeziehung der
Beteiligten ist nur in den seltensten Fällen erfolgreich.
Für die Durchführung eines wirkungsvollen SOLL- Prozess- Workshops
lassen sich einige Prinzipien formulieren:
- Prozessbeteiligte frühzeitig mit einbeziehen
- Entscheidungskompetenz der Geschäftsführung einholen
- Ggf. zu spezifischen Themen (z.B. Software) immer Experten
hinzuziehen
- Kreative Workshop-Atmosphäre schaffen
Einige Regeln zum Prozessbrainstorming:
- Keine Kritik
- Möglichst viele Ideen
- Frei und spontan spinnen
- Keine Abhängigkeitsverhältnisse zulassen
Danach erfolgt die Auswertung auf:
- Realisierbarkeit
- Zeithorizont
- Machbarkeit
- Firmenstrategien
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1.2.2 Neue Prozesse
erarbeiten
Die Akzeptanz der neuen Prozesse ist das Ergebnis von Teamarbeit der
Prozessbeteiligten.
Hierbei ist die grafische Darstellung eine wertvolle Hilfe um
Veränderungen, Varianten, Komplexität, Schnittstellen, ideale Abläufe
darzustellen und Veränderungen sofort sichtbar zu
machen.
Hier einige Ansätze für die neuen Prozesse:
- Eliminieren überflüssiger Prozesse bzw. Unterprozesse
- Änderung der Prozessreihenfolge
- Hinzufügen fehlender Prozesse bzw. Unterprozesse
- Integration/Zusammenlegung von Prozessen
- Automatisierung (Datenverarbeitung, Workflow) von Prozessen
- Beschleunigen von Prozessen
- Parallelisieren von Prozessen

Abb. 15: Beispiel: Ansätze für neue Prozesse
Wenn Verbesserungen kostengünstig zu erzielen sind, sollte man sofort
handeln. Sie sollten aber evtl. größere geplante Veränderungen wie z.B.
Organisationsveränderungen beachten.
Bei jeder IST- Analyse werden Verbesserungspotentiale aufgedeckt, die
schnell und einfach umzusetzen sind und es gibt Potentiale die einen
Umbau der Organisation und der Prozesse nötig machen.
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1.2.3 Maßnahmen
durchführen
Hierzu ist eine eindeutige Bezeichnung der Maßnahme unumgänglich.
Folgende Fragen sollten in einem Maßnahmenplan klar beantwortet werden
können:
- WAS wird gemacht?
- WOZU wird es gemacht?
- WER erledigt dies?
- Bis WANN werden die Maßnahmen erledigt?
Der Maßnahmenplan sollte mit den Verantwortlichen gemeinsam erstellt
werden, um den Umfang und die Termine abzustimmen und die Beteiligten
einzubeziehen.
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1.2.4
Umsetzungsüberwachung
Die Überwachung der Maßnahmen sollte vom Projektverantwortlichen bzw.
durch die Prozessverantwortlichen durchgeführt werden. Hierbei bietet
sich auch die Form eines Meetings an, in dem die zu erledigenden
Maßnahmen durch die Prozessbeteiligten auf den Erledigungsstatus
untersucht werden. Diese Maßnahme zeigt die Wichtigkeit und erzeugt eine
gewisse Prozesssichtweise der Beteiligten bzw. einen sanften „Druck“ auf
die Verantwortlichen.
Natürlich sind auch andere Verfahren denkbar z.B. Pflege der Maßnahmen
im Netzwerk.
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1.2.5 Prozesse
einführen
Die Einführung der neuen Prozesse sollte nach einem abgestimmten Plan
(siehe Maßnahmen durchführen) im Rahmen eines eigenen Projektes
erfolgen.
Zeit, Aufwand und Erfolg der Einführung hängen von vielen Faktoren
ab:
- Betriebsklima
- Unternehmenskultur
- Qualifikation des Managements und der Mitarbeiter
- Motivation der Mitarbeiter
- Prozessdenken der Bereiche
- Qualität des Unternehmensführungsprozesses
- Bereitschaft zum Wandel
- Unternehmensgröße
- Branche
- Hilfsmittel
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